Nach mehrwöchiger Herbstpause gelang der Ersten ein verdienter, wenn auch knapper, Sieg bei der Reserve-Reserve-Reserve des deutschen Rekordmeisters. Über die gesamte Partie hinweg war man spielerisch überlegen, in Punkto Chancenverwertung allerdings mehr als fahrlässig. Besonders deutlich war dies in der Anfangsviertelstunde, als man mit 8:6 Großchancen zwar die Überhand hatte, allerdings nur einen Treffer erzielte, der THW hingegen fünf. Doch die Mannschaftsmoral hielt diesem Fehlstart stand, bis zur Halbzeit konnte man die Partie ausgeglichen gestalten, Mitte der zweiten Spielhälfte konnte man sich vor allem Dank einfacher Gegenstoßtore durch Wiese genug absetzen, um die Punkte dreizehn und vierzehn sicher nach Hause zu fahren.

Außer den drei Langzeitausfällen (Lübker/Knie, Rusch/Australien, Ingwersen/Bandscheibe) konnte Coach Stolze personell aus dem Vollem schöpfen. Ein halbes Dutzend Gettorfer musste also fit auf der Tribüne Platz nehmen, drei weitere Akteure kamen aufgrund des Spielverlaufs gar nicht von der Bank aufs Parkett. Der Fluch des dreiundzwanzigköpfigen Kader zeigte sich also recht deutlich, allerdings ist es gut zu sehen, dass sich alle nach ihren Kräften für den Erfolg des Teams einsetzen, und auch keine Unruhe aufkommt, auch wenn man mal nicht zum Zuge kommt.

Wie gesagt, der Start in die Partie war mehr als holprig: Henschel scheitert vom Siebenmeterstrich, Augspach ebenso, Carstensen verwift Gegenstoß und von Rechtsaußen, Westphal von Links, Herforth aus der Distanz uswusf. Brandt zwischen den gegnerischen Pfosten war warmgeworfen und zeigte über die gesamte Spielzeit hinweg eine ansprechende Leistung. Hinten war für Lange im GTV-Tor nicht viel zu machen, kam der THW doch meist direkt vor ihm frei zum Wurf (1:5, 14. Minute). Im gesamten Spiel gab es nur einen (!) echten Wurf aus dem Rückraum, im Prinzip war der Gegner nur über drei Positionen torgefährlich: Kreisläufer Schwedler und Mittelmann Urban (jeweils 4 Tore) und Linksaußen Robin Müller (9). Dieser war sogar mit zwei Gegenstößen erfolgreich, etwas was man sich gegen die Altherren eigentlich nicht erlauben sollte. Allerdings ist er mit 19 Jahren nicht als solcher zu bezeichnen. Der Rest seines Teams (10, 20, teilweise über 30 Jahre Älter als die Gettorfer) spielte so wie seit jeher bekannt: Ziemlich gedulig (sprich langsam) und mit sehr viel Übersicht. Die GTV-Abwehr tat sich damit die meiste Zeit schwer, kam aber mit fortschreitender Spieldauer auch zu Ballgewinnen und den gewünschten einfachen Tormöglichkeiten.

Dass diese an diesem Tag nicht unbedingt zu Toren führten wurde bereits erläutert, dennoch gelang in der 17. der 5:5 Ausgleich, in der 24. sogar eine kleine Führung mit 6:9. Weitere Fehler im Abschluss und die angesprochenen Gegenstöße durch Müller ließen den Gastgeber zur Pause wieder ausgleichen (12:12). Nach Großchancen hätte man hier schon deutlich führen müssen, was zählt ist aber der Spielstand auf der Anzeigetafel. Und so war die Ansage in der Kabine auch nicht überraschend: Weiter konsequent arbeiten, die Chancen kommen, sie müssen nur rein! Stolze nam zudem einige Wechsel vor, die sich allesamt als richtig erweisen sollten: Quickert rückte in der Deckung auf Halblinks, Reins übernahm diese Position im Angriff, Kunze kam ins Tor und mit Wiese statt Carstensen hatte Müller jetzt einen Gegenüber gleichen Alters.

Nachdem es zunächst weiter ausgeglichen blieb (14:14, 35.), konnte man sich bis zur 44. erstmals mit vier Toren absetzen (16:20), Reins erzielte seine vier Treffer in gewohnter Manier (Bäm!Bäm!Bäm!Bäm!) und fand zwischendurch auch noch Quickert am Kreis. Zur Strafe wurde er von den Kielern für den Rest des Spiels in Manndeckung genommen. Und auch in der Abwehr zeigten "Quickie" und "Willie" eine gute Leistung, über ihre linke Abwehrseite fiel in Halbzeit zwei kein Gegentor. Was aber auch daran lag, dass der THW seinen Angriffschwerpunkt auf die andere Seite legte, wo Herforth und Wiese alle Hände voll zu tun hatten. Aktivposten Müller versuchte es nicht nur über Außen, sondern auch im langen Bogen durch die Mitte, Mittelmann sowie Kreisläufer verlagerten meist auf diese Seite und im direkten Duell hatte Herforth mit Kraftpaket Seifert auch einiges an Arbeit. Bemerkenswert dass dieser dann nur zweimal zum Abschluss kam! Sonst einer der Haupttorschützen der Ersten, wurde Herforth an diesem Tag vor allem in der Defensive gebraucht.

Hinten raus kam dessen Nebenmann Wiese wie bereits erwähnt noch zu einigen blitzsauberen Toren aus der 1. und 2. Welle, beim 19:24 in der 53. Minute war die Vorentscheidung gefallen. Kunze konnte Müller das zehnte Tor mehrfach verwähren und hatte bei nur 10 Gegentoren höchstwahrscheinlich eine Paraden-Quote von über 50%. Auf der anderen Seite verpasste Henschel von Linksaußen ebenfalls die Zehner-Kiste, allerdings ist auch da die Torwartleistung von Brandt nicht zu vernachlässigen. Unterm Strich ein Spiel in dem man sich schwerer getan hat als nötig war. Aber man ist immer am Drücker geblieben, auch wenn man einen möglichen zweistelligen Sieg mit 22:26 deutlich verpasste. Allerdings sollte unter der Woche dringend am Torabschluss gearbeitet werden, denn im nächsten Spiel ist der Konkurrent um Platz 1 in Gettorf zu Gast (Sonntag um 1500 Uhr, endlich wieder in der Parkschulhalle!). Und der MTV aus Dänischenhagen bestraft solche Fehler, wie sie der GTV beim THW gemacht hat, gnadenlos, dass durfte man im Anschluss bei deren 41:32 über Schönkirchen begutachten!

Im Einsatz: Henschel 7/4, Wiese 4, Reins 4, Quickert 3, Augspach 3, Herforth 2, Carstensen 1, Westphal 1, Voß 1, Bergert n.e., Karpow n.e., Lentzsch n.e.; Lange (1.-30.), Kunze (31.-60.)