Weder die Drinks im Gleis 3, der muckeligsten Bahnhofskneipe des Dänischen Wohlds, noch die Kosten für Grillgut und Hopfenschorle sind gemeint. Leider verletzten sich im letzten Saisonspiel mit Per-Ole Lübker (Bruch zweier Zehen, 6 Wochen Gips) und Sven Schneider (Knieverletzung, Diagnose steht noch aus) zwei Gettorfer schwer. Da ist der Cut von Kapitän Steffen Augspach, der noch Samstagabend in Eckernförde geklebt wurde, eine Belanglosigkeit. Bleibt zu hoffen, dass sich die Knieverletzung aus dem Kiel Nord Spiel von Finn Hahnewald als nicht schwerwiegend herausstellt.

Wie schon in der ganzen Saison drehte sich das Personalkarussell ganz gewaltig beim GTV: hier seien nur die positiven Personalien genannt. Gerrit Herforth feierte ein vorsichtiges Comeback und hatte großen Anteil am knappen Erfolg gegen Wellingdorfer TV 2. Männer. A-Jugendspieler Alex Lucht hatte feierte ebenfalls sein Debüt in der Ersten Herren, und hatte mit einem Tor und zwei herausgeholten Strafwürfen ebenfalls einen positiven Einstand. Und auch Per-Ole Lübkers Mitwirken war wichtig, wurde nur leider mit der Verletzung teuer bezahlt. In seinem letzten Handballspiel war er Aktivposten am Kreis, und wuchtete sich gegen die nicht zimperliche (aber nie unfaire) Deckung in die Deckungsmassen.

Und auch von Jan Strunk wurde am letzten Samstag Abschied genommen. Nach einem erfolgreichen Jahr in Gettorf, zieht es Strunk in den hohen Norden. Er wird in der kommenden Spielzeit den Schleswig-Holstein-Ligisten Tarp/Wanderup trainieren. Für diese Aufgabe wünschen wir Jan viel Erfolg und danken für sein Engagement in Gettorf!

Das Duell des 22. Spieltags der Kreisoberliga Förde hatte kaum sportlichen Wert. Der WTV war auf dem vorletzten Rang platziert, für Gettorf ging es nur noch darum ob man 6. oder 7. in der Abschlusstabelle wird. Dennoch war allen Beteiligten anzumerken, dass man nach den durchwachsenen letzten Wochen ein positives Gefühl mit in die Sommerpause nehmen wollte.

Der stärkste WTV-Spieler Risto Gebert eröffnete dann auch gleich den kargen Torreigen mit dem 1:0 für die Gelb-Blauen. Jonathan Wiskandt glich erst aus, und legte dann per Siebenmeter nach. Das Thema Strafwürfe sollte ein besonderes sein. Insgesamt 12 Stück bekam der GTV vom unauffällig pfeifenden Joachim Ständer zugesprochen: verwandelt wurden nur deren sieben.
Und so spielte sich der GTV immer wieder gute Wurfmöglichkeiten heraus, verwandelte aber davon viel zu wenig. Schuld daran war oftmals der junge WTV-Keeper Timo Rathjen.
Nach dem 3:6 verstärkte auch der GTV seine Defensivbemühungen, ließ kaum gute Wurfmöglichkeiten zu, was auch Julius Jöhnk zu einer guten Leistung verhalf. Der GTV-Neuzugang spielte eine durchweg starke Saison, und avancierte zum großen Rückhalt der Roten. Nur zwei Gegentore weniger, und der GTV hätte sogar die Zweitbeste Abwehr der Liga gestellt (MöSchö2 483 Gegentore, Preetzer TSV 531, Gettorf 533).
Beim 9:7 war die Partie gedreht, allerdings verwarf der GTV nun in quasi jeden Angriff einen Siebenmeter, und schaffte es so noch drei Gegentore bis zum Halbzeitpfiff hinnehmen zu müssen. „Wir machen uns das Leben selber schwer, und so macht es heute keinen Spaß!“ kritisierte Strunk in seiner letzten Halbzeitansprache.

Der zweite Durchgang war immer eng, Wellingdorf legte bis zum 17:18 stets 1-2 Tore vor. Doch nun setzte sich die Moral der Gettorfer durch, und Geheimwaffe Gerrit Herforth erinnerte fast an alte Zeiten. Er wurde gleich mehrmals zu spät gestoppt, und endlich wurden auch die Strafwürfe verwandelt. So konnte Gettorf ein 20:18 vorlegen, und nach dem 20:19-Anschluss der Gäste waren noch 22 Sekunden zu spielen, eine letzte Auszeit sollte den letzten Angriff weisen. Klare Ansage: „Ball zu Gerry, Schnelligkeit ausspielen.“ Das Unterfangen gelang, Herforth traf nur 4 Sekunden nach Anwurf zum 21:19 Treffer. Auch wenn Wellingdorfs Gebert noch den Schlusspunkt mit dem 21:20 setzte, der letzte Zweier wurde für den GTV eingefahren.

An dieser Stelle wurde es oft erwähnt: mit 23:21 Punkten diese Spielzeit zu absolvieren ist ein sehr großer Erfolg. Die Begleitumstände (z.B. Trainingsbeteiligung oder Verletzungen) waren so ungünstig, dass mehr als nur die eine Spielzeit auf der Kippe stand. Nun gilt es den Erfolg des absolut sicheren Klassenerhalts zu feiern, aber auch die richtigen Lehren aus der Saison 2015/2016 zu ziehen. Denn mit der neuen Spielzeit wird die Kreisoberliga mit einigen Landesliga-Absteigern aufgefüllt, das Niveau also vermeidlich weiter steigen.

Die Erste Herren ist immer noch auf Trainersuche. Wer also diesen sympathisch-athletischen Haufen, aus Konditionswundern und Akrobaten coachen möchte, meldet sich bitte schnellstmöglich. Sonst ist die Stelle irgendwann weg!

Die Torschützen/Aufstellung: Jöhnk, Augspach 7, Carstensen 2, Herforth 2, Lübker 1, Schneider, Steinweh, Stolze 2, Sebastian 1, Lucht 1 und Wiskandt 4.