Gerrit Herforth, Achillessehne. Gunnar Westphal, Achillessehne. Per-Ole Lübker, Bänder in der rechten Schulter. Finn Hahnewald in Frankfurt. Sven Stolze kurzfristig erkrankt. Brian Lübker, mit der A-Jugend unterwegs. Allein diese sechs würden eine durchaus veritable Kreisoberliga-Mannschaft abgeben. Dazu kamen mit Jonathan Wiskandt (Uni-Ausflug „Ich habe zwei Nächte nur durchgelernt.“) und Florian Steinweh (grippaler Infekt) zwei angeschlagene Spieler. Wahrlich keine guten Voraussetzungen für ein Derby gegen einen Gegner, der seit dem 28. November des Vorjahres ungeschlagen ist und sage und schreibe 8 Spiele (6 Siege, 2 Unentschieden) nicht verlor.  

Man kann es hoffentlich nachvollziehen, wenn die Erste Herren nicht wirklich einen Pfifferling auf sich selbst setzte. „Wir kämpfen und schmeißen uns nach jedem Ball. Wenn dann der Gegner besser ist, dann ist es so.“ lautete die Devise für den 18. Spieltag.  Es war wirklich ein komisches Bild, welches sich beim Warmmachen abzeichnete: neben den 9 Gettorfer Spielern, waren dort mindestens genauso viele 5-7 Jährige, die das Aufwärm-Programm der Ersten komplett mitmachten. Gegenüber zeichnete sich ein anderes Bild ab: der MTV Dänischenhagen hatte alle 14 Positionen auf dem Spielbericht besetzt, einzig Routinier Dirk Dubbe vermissten die Gettorfer Späher.

Die Gäste legten los, wie es sich für einen kommenden Vizemeister gehört. Der – bis auf Shooter Jan Notka - eher kleingewachsene, dafür aber umso schnellere Rückraum, fand Lücken, oder Lasse Techel am Kreis. Da die Gettorfer sich noch schwer taten im Angriff, der MTVD hatte sich gegen die Abläufe eine kurzfristige 4+2 Deckung überlegt, führte Dänischenhagen mit 4:2 und wenig später 5:3. Jan Strunk instruierte seine Außen, wie Sie mit der Deckungsvariante des Gegner umgehen sollten, und Timo Carstensen, Lukas Lenschau, Jonathan Wiskandt und allem voran Sven Schneider nutzten die sich bietenden Lücken. Beim 6:6 war der Spielstand egalisiert, ab dem 8:7 führte nur noch der GTV. Dies war auch der Verdienst von Julius Jöhnk, der über 60 Minuten ein toller Rückhalt war.

Der GTV baute die Führung durch einen 6:0-Lauf auf 12:7 aus, und wären da nicht ein paar Unkonzentriertheiten in der Schlussphase gewesen, die Führung hätte durchaus höher als 13:10 zur Pause betragen können. Die Frage, die sich die Gettorfer auch in der Kabine stellten: wie lange reicht die Kraft? Denn zum ungeheuren Trainingspensum in den vergangenen Wochen kam dazu, dass bei Lukas Lenschau eine alte Knieverletzung wieder auftrat, und Physio Lena Danielsen alle Mühe hatte, den Linksaußen wieder fit zu kneten. (DANKE Lena!)

Der zweite Durchgang verlief bis zur 45. Minute, wie weite Teile der ersten Hälfte. Die Gettorfer Deckung ackerte ordentlich, und verhinderte so gute Wurfmöglichkeiten des Männerturnvereins. Auch wenn man im Angriff nicht so sehr variantenreich spielte, für eine erneute 5 Tore Führung genügte es, auch weil Lukas Lenschau – eben noch mit seinem Bruder in den Tiroler Bergen unterwegs – endlich in Überzahl traf. Als sich Jonathan Wiskandt einen Querpass schnappte, und den Gegenstoß gewohnt sicher verwandelte, leuchtete gar eine 20:13 Führung auf. Die höchste in diesem Spiel.

MTVD-Coach Tom Waldeck zog seine Auszeit, und griff zu einem letzten taktischen Mittel, da auch die zwischenzeitliche 5:1- sowie 6:0-Deckung keine Früchte trug. Ab der 45. Spielminute spielte Dänischenhagen die gute alte Manndeckung. Und die Maßnahme verschaffte sofort Erfolg. Drei Ballverluste, teils auch durch technische Fehler der Gettorfer, und Dänischenhagen verkürzte auf 20:16. Nun war es Sven „Helge“ Schneider der mit unbändigen Willen, und sicher auch den ein oder anderen Schritt zu viel den umjubelten 21:16-Treffer erzielte.  Durch die aufkeimende Hektik war es nun auch ein spannendes Spiel, dass die gut 100 Zuschauer unterhielt. Daran hatten auch die Referees Ihren Anteil, die auf beiden Seiten (!) oftmals, so zumindest die Meinung der jeweils betroffenen Mannschaft, nicht die richtige Entscheidung trafen.

Wie dem auch sei. Wieder verschenkte der GTV zwei Angriffe und Dänischenhagen traf sogar ins verwaiste GTV-Tor, Julius Jöhnk hatte sich mit nach vorne geschlichen, und wollte endlich sein erstes Saisontor erzielen. Bei 21:18 waren die Gäste in Schlagdistanz und noch fast 8 Minuten zu spielen. Nun waren es Lasse Lenschau und Florian Steinweh, mit Ihren ganz wichtigen Treffern, den Gettorfer etwas Ruhe zu geben. Nach dem 25:21 Treffer war das Spiel entschieden, auch wenn die Gäste noch auf den Endstand von 26:23 verkürzten.

Der Wert dieses Heimsieges ist gar nicht hoch genug einzuschätzen. Ausnahmslos alle Spieler beteiligten sich als Torschützen, es fällt schwer einen Gettorfer Spieler hervor zu heben. Am ehesten Sven Schneider, mit 6 Treffern erfolgreichster GTVler. Mit diesen nicht eingeplante Zweier hat man nun 21 Punkte, und darf immernoch vom dritten Tabellenplatz das muntere Treiben in der Liga beobachten. Zudem darf man sich mit dem nicht ganz ernst gemeinten Titel des Wohldmeisters 2015/2016 schmücken. Beide Duelle gegen Altenholz wurden gewonnen, zudem konnte man Dänischenhagen mit 3:1 Punkten bezwingen. Das gab es gefühlt zuletzt 1997...

Am folgenden Wochenende ist spielfrei, weil die SG Kiel Nord dem Verlegungsantrag dankenswerterweise zugestimmt hat. Somit ist das 19. Saisonspiel für den GTV wieder ein Heimspiel am 13. März gegen den THW Kiel 4.  

Die Torschützen/Aufstellung: Jöhnk, Augspach 3, Carstensen 4, Lenschau Lasse 3, Lenschau Lukas 3, Schneider 6, Sebastian 3, Steinweh 1 und Wiskandt 3.