20:11 – manch ein Kreisoberligaspiel endet mit einem solchen Ergebnis zur Halbzeit. Die Wahrheit liegt wie so oft in der Mitte, oder? Ist es der harzfreie Ball, oder doch die tolle Abwehr, die beiden Mannschaften gespielt haben? 
Im Hinspiel trennte man sich schon mit einem knappen 22:21, streng genommen warf der GTV aufgrund des Harzverbotes in der Grundschulhalle also 1 Tor weniger. Die gute Nachricht für den Preetzer TSV: den Negativrekord für die geworfenen Tore in einem Spiel hält weiterhin eine andere Mannschaft.

Das müde Publikum sollte von Anfang an nur wenige Highlights serviert bekommen. Nach 12 Minuten stand es lediglich 2:2, parallel dazu erweckten die kleinsten Zuschauer mehr Aufmerksamkeit, als die wenigen gelungenen Abläufe beider Teams. Doch: der GTV setzte sich fortan ab, 5:2 hieß es nach 15 Minuten.

Und als die Wohlder kurz darauf erhöhten (8:3) nahm Preetz-Coach Jan Kinzner seine Auszeit.
Was die Preetzer auch versuchten: die Gettorfer Deckung war zur Stelle, bzw. die Versuche prallten an einem prächtig aufgelegten Julius Jöhnk ab. Jöhnk bestätigte seinen Aufwärtstrend der letzten Spiele, und entnervte fast alle Preetzer mit seinen Reflexen. Im Angriff prägten Sven Stolze und vor allem Dennis Sebastian das Spiel der Roten: immer wieder fanden Sie Lücken, und so konnte der GTV mit 11:6 die Seiten wechseln. Zwei sehenswerte Treffer vom dynamischen Lasse Lenschau sollen nicht unerwähnt bleiben.

Auch der zweite Durchgang wurde kein handballerischer Leckerbissen. Nach zwei Gettorfer Treffern stand es gar 13:6. Auch die Preetzer Deckung arbeitete gut, selten kamen die Gettorfer zu guten Abschlüssen, und wenn dann war Malte Beisner im TSV-Tor präsent. Nach dem 15:10 hätte man meinen können das die Gäste noch einmal alles auf eine Karte setzten. Doch allerspätestens jetzt war klar, dass der Landesliga-Absteiger dieses Spiel abschenkte. Die Gettorfer nutzten die Schlussphase um das Ergebnis in die Höhe zu schrauben, und feierten am Ende einen verdienten 9-Tore-Sieg. Wie sehr die Gäste das Spielgerät verabscheuten wurde an unzähligen Wurfversuchen deutlich, die erst gar nicht auf das Gettorfer Tor gingen. Nur drei Spieler trugen sich überhaupt in die Torschützenliste ein. (Andresen 2, Petersen 3, Völtzke 6)

Wie dem auch sei. 19 Punkte hat der Gettorfer TV nun auf der Habenseite, und damit wieder 2 Punkte gesammelt, um am Ende der Saison vielleicht auf den Plätzen zu stehen, die ein erneutes Antreten in der Kreisoberliga ermöglichen. Doch die Tabelle ist trügerisch: zwar ist man aktuell Dritter (!), jedoch haben viele Mannschaften Nachholspiele, und der worst-case Abstiegsplatz ist nur sieben Punkte entfernt…

Die Gettorfer Torschützen/Aufstellung: Jöhnk, Augspach 4, Carstensen, Hahnewald, Lenschau Lasse 2, Lenschau Lukas 2, Schneider 1, Sebastian 7, Steinweh 1, Stolze 4 und Wiskandt.