Der GTV schlägt die SG Kiel Nord mit 31:26 Toren und kann den 5. Platz in der Kreisoberliga einnehmen. Die Erleichterung und Freude über die nächsten zwei Punkte für das Unternehmen KOL 2016/2017 ist spürbar, auch wenn der Weg noch ein weiter ist.
Das der Kader des GTV für einige Überraschungen gut ist, zeigte auch dieses Wochenende wieder. Bei Gerrit Herforth brach die alte Verletzung an der Achillessehne auf, Florian Steinweh meldete sich krank, Sven Stolze war privat verhindert. Mit Per-Ole Lübker (Sprunggelenk), Arne Reins (alles), Lukas Lenschau (Knie) und Steffen Augspach (Sprunggelenk) standen zudem vier Spieler auf dem Spielberichtsbogen, die Jan Strunk so recht nicht auf dem Zettel hatte. Doch alle vier bissen auf die Zähne, und konnten wichtige Impulse zum Heimsieg beisteuern.

Wie immer haderte die SG mit dem harzfreien Spielgerät, und die ersten Abschlüsse verdeutlichten warum dies so ist. SG-Shooter Sascha Thamm, mit 5 Treffern noch der beste Torschütze seiner Farben, prüfte die Hallenwand fulminant. Der GTV konnte hingegen zumindest anfangs seine Torchancen nutzen und führte mit 3:0. Doch fortan wurden beste Wurfgelegenheiten liegen gelassen, und der Gast mit unvorbereiteten Würfen zu Gegenstößen eingeladen: sicher die größte Stärke der Friedrichsorter.
So war beim 3:2 der Anschluss hergestellt, der aber erst einmal wieder nur eine Momentaufnahme war. Sven Schneider oder Dennis Sebastian aus dem Rückraum, und vor allem die beiden Kreisläufer Per-Ole Lübker und Jonathan Wiskandt stießen immer wieder in die Lücken oder konnten nur strafwurfwürdig gefoult werden. 6:2 führte Gettorf, um prompt wieder in die Verhaltensmuster der ersten Minuten zurück zu fallen. Vor allem die Außen der Gettorfer fanden zeitweilig Ihren Meister in Florian Renner.
Prinzip Ziehharmonika, 7:7 hieß es kurze Zeit später. Über 10:7 und 11:11 sollte das muntere Spielchen so weiter laufen, die Gettorfer Deckung hatte anfangs Ihre Schwierigkeiten mit dem neuen Linkshänder der Kieler Jan Hansen. Gut, dass die Ziehharmonika rechtzeitig zum Pausenpfiff noch zum 14:11 für den GTV ausschlug, nicht jedoch ohne einen – von zugegeben einigen – kuriosen Pfiffen der Unparteiischen. Der finale Wurf landete vom Block am Knie: anstatt einer halbwegs vertretbaren Zeitstrafe und Freiwurf, gab es nur Siebenmeter. Gut, dass Julius Jöhnk dieses Hobby fortan für sich entdeckte, und den Strafwurf entschärfte.

Die Erste erwischte auch im zweiten Durchgang den besseren Start. 3:0 – also 17:11 leuchtete auf, später gar 18:12. Doch die SG war mit einer gehörigen Portion Willen angereist, um endlich einmal in Gettorf Zählbares mitzunehmen. Dies schlug sich allerdings auch in 7 Zeitstrafen nieder. Dies wiederum im Unmut der Gäste über die Leistung der Unparteiischen. Aus SG-Sicht wurde der Kampf dennoch belohnt, denn fortan produzierte Gettorf Fehler, kam mit der Umstellung auf eine 5:1-Deckung der Gäste gar nicht zurecht, und ja, musste auch einige kuriose Pfiffe hinnehmen. 21:20 - das Spiel war wieder eng!
Beide Mannschaften kamen über den Kampf, und vor allem in der Schlussphase versuchten beide Teams über die Kreisläufer zum Erfolg zu kommen, und das auch mit Erfolg: Torge Schulze wurde vom Gettorfer Mittelblock sträflich frei gelassen, bzw. wusste dieser seinen Körper richtig einzusetzen. Doch mit Per-Ole Lübker und Jonathan Wiskandt hatte der GTV die richtige Antwort: auf insgesamt 15 Treffer kamen beide Gettorfer Kreisläufer: ein Spitzenwert. Da Wiskandt auch von der Siebenmeterlinie ohne Fehlwurf blieb, war er mit 10 Treffern bester Feldspieler.
Insgesamt 9 Siebenmeter bekam auch die Spielgemeinschaft zugesprochen, verwandelte allerdings nur 4 davon. Klar, dass hier Julius Jöhnk seine Finger im Spiel hatte. Die entscheidenden Fehler in der Schlussphase machten die Gäste, und als Finn Hahnewald und Arne Reins per Gegenstoß erfolgreich waren, waren Punkte 8 und 9 eingetütet.

Es folgt das schwere Auswärtsspiel gegen den THW Kiel 4. Die routinierten Gäste gehören zur Spitzengruppe der Liga, und beim GTV muss vieles passen, auch personell, wenn man dort erfolgreich sein will.

Die Torschützen/Aufstellung: Jöhnk, Carstensen 2, Sebastian 3, Schneider 1, Lübker Brian, Lenschau Lasse 1, Lübker Per-Ole 5, Wiskandt 10, Augspach 2, Hahnewald 4, Lenschau Lukas 1 und Reins 1.