Der letzte Sieg gegen Dänischenhagen ist bereits einige Jahre her. In den letzten Duellen setzte es zumindest in den Gastspielen teils überdeutliche Niederlagen. Das dem GTV die flinken D‘hagener nicht liegen, war wohl beiden Seiten bekannt. Und so erinnerte die erste Hälfte des Wohlder-Derbys an die Partien in den Vorjahren, „run and gun“-Fans hätten ihren Spaß am offenen Schlagabtausch gehabt. Der zweite Durchgang war dann umkämpft, und dramatisch bis zur Sirene.

Jan Strunk musste im siebten Saisonspiel abermals umbauen. So fielen neben Per-Ole Lübker (Sprunggelenk) und Dennis Sebastian (Zerrung) gleich drei mögliche Rechtsaußen aus (Florian Steinweh, Lasse Lenschau und Bjarne Jöhnk). So hielt zumindest die Serie, dass man immer weniger Spieler auf dem Spielberichtsbogen hat, als der Gegner. Sein Gegenüber Thomas Waldeck musste - zumindest von den bekannten Namen - auf Jonathan Waldeck verzichten.  
Angepfiffen wurde die Partie mit Verspätung und in ungewohnter Halle: durch den Umbau der Hans-Bernd-Halle muss der MTVD seine Heimspiele anderswo austragen, diesmal in Friedrichsort. Man war quasi zu Gast in der „Hölle Nord“ der SG Kiel Nord, und konnte vorweg das Unentschieden im Spitzenspiel der SG und der HSG Mö/Schö2 bestaunen. „So einfach war es noch nie in Dänischenhagen zu gewinnen!“ gab Strunk augenzwinkernd zu Protokoll.

Und so begann das Derby mit ordentlichem Tempo und insgesamt 32 Treffern in den ersten 30 Minuten. Gettorf schaffte es bis zum 4:5 immer ein Tor vorzulegen, um anschließend prompt den Ausgleich zu fangen. Die erste zwei Tore Führung (6:4 für den GTV, 9. Minute - der MTV Dänischenhagen machte durchaus Fehler im schnellen Aufbauspiel), drehte der von Dirk Dubbe angeführte Männerturnverein in ein 7:6. Der GTV vergab nun einige Chancen, Lukas Femske im MTV-Tor bekam immer wieder eine Hand an den Ball, und die Gettorfer 6:0 machte es vor allem Linksaußen Marcel Otto zu leicht, zu seinen Treffern zu kommen. Mit 12 Toren war Otto nicht nur der treffsicherste sondern auch der beste Spieler dieser Partie. Erfreulich, dass der GTV sich weiterhin nicht abschütteln ließ, sondern immer wieder zu erfolgreichen Abschlüssen kam. Ob nun aus dem Rückraum mit Schneider, Herforth oder Augspach, oder über die beiden guten Außen Hahnewald und Carstensen. Das Spiel wurde offen gehalten, und erst mit dem Pausenpfiff gelang Dänischenhagen der 17:15-Treffer vom Kreisläufer Lasse Techel. Nicht nur in dieser Situation ließ die GTV-Defensive Julius Jöhnk im GTV Tor allein auf verlorenem Posten.

Wer auf Gettorfer Seite ein Donnerwetter in der Kabine erwartet hat, wurde überrascht. Strunk lobte explizit seine Mannschaft: „In den Vorjahren wären wir bei diesem Spielverlauf nun schon 10 Tore im Rückstand.“ Tatsächlich sollte auch der zweite Durchgang keinen Gettorfer Einbruch beinhalten. Mehr als zwei Tore konnte sich der „D-Zug“ nicht absetzen, sieht man mal vom 18:15 direkt nach Wiederanpfiff ab. Nach dem 23:21 war nun die Zeit von Julius Jöhnk gekommen. Der Gettorfer Schlussmann kam immer besser ins Spiel und verrichtete zunehmend besser seinen Job. Gettorf erzielte vier Treffer in Folge, führte plötzlich 24:23.  
Thema Siebenmeter. Leider vergab der GTV gleich drei seiner sechs Versuche. Wie immer bei einem solch engen Spielstand, tun diese vergebenen Chancen besonders weh. Das Spiel wog weiterhin hin und her, keiner Mannschaft gelang es sich abzusetzen. Beim GTV wuchs zudem mit jeder Spielsekunde die Gewissheit: „Hier geht was!“ Überraschend mit welcher Kaltschnäuzigkeit der A-Jugendliche Brian Lübker bereits zu Werke geht, und wichtige Impulse in der Schlussphase der Partie setzt.  Das Spiel hätte wohl noch tagelang einen Sieger gesucht, gut dass es in unserem Sport die begrenzte Spielzeit von 60 Minuten gibt.

Eine besondere Rolle sollte Jonathan Wiskandt im zweiten Durchgang zukommen. Übernahm er Verantwortung von der Linie, und erzielte auch wichtige Treffer im Gegenstoß und vom Kreis (insgesamt 7 Treffer), wurde die Schlussminute für den Vollbartträger geradezu tragisch. Gettorf führte 30:29 drei Minuten vor dem Ende als Mike Jordan Jonathan Wiskandt im Gegenstoß stoppte, zeigten die guten Unparteiischen auf den Punkt und die Rote Karte (eine Zeitstrafe hätte es vermutlich auch getan).  Der Gefoulte warf selber, leider nur an den Pfosten und nicht ins Tor. Im Gegenzug war es Robin Waldeck, der mit einem Unterarmwurf und seinem einzigen Treffer den Ausgleich besorgte. Finn Hahnewald erzielte den letzten Gettorfer Treffer von Linksaußen. 31:30.  Im darauffolgenden Angriff vergab Dänischenhagen seine Chance auf den Ausgleich, und ging selbstredend sofort in eine offene Deckung über. Doch auch eine Gettorfer Auszeit konnte den folgenden technischen Fehler der Gettorfer nicht verhindern, der MTVD kam somit 10 Sekunden vor dem Ende noch einmal in Ballbesitz. In der Hektik mussten Sven Stolze und Dirk Dubbe mit einer Zeitstrafe des Feld verlassen. Auszeit Dänischenhagen.  Das der finale Spielzug über Marcel Otto ging, überraschte wenig. Routinier Timo Carstensen stoppte die gefährlichste Waffe der Gastgeber, und musste ebenfalls auf die Bank. Somit war Platz auf dem Feld – vier gegen fünf – und immer noch 5 Sekunden auf der Uhr. Der letzte Wurf war Jan Notka vorbehalten, und der Wurf fand, tragischerweise über den Block von Jonathan Wiskandt („Ich war mit den Fingerspitzen dran!“), den Weg ins Tor.
Wieder war es nichts mit einem Sieg gegen Dänischenhagen, das Unentschieden insgesamt aber leistungsgerecht.  Auch wenn die Enttäuschung direkt nach dem Schlusspfiff groß war: auf die Leistung darf man stolz sein. Coach Jan Strunk sprach sogar von „einem der besten Spiele in den letzten zwei Jahren.“ Einer individuell sehr gut besetzten MTVD-Mannschaft muss man erst einmal einen Punkt abtrotzen. Der GTV bleibt somit im Mittelfeld der Liga (7. Platz, 7:7 Punkte), die ausgeglichen und spannend wie nie bleibt.

Die Torschützen/Aufstellung: Jöhnk, Dammann, Carstensen 3, Lübker B. 3, Lenschau Lu., Schneider 2, Stolze 1, Wiskandt 7, Augspach 6, Hahnewald 6, Herforth 3.