Die nüchternen Zahlen: 6:2 Punkte, dritter Sieg in Folge, Platz vier in der Tabelle (mit negativer Tordifferenz!). Nicht nur weil es ein Derby war – viele Spieler kennen sich seit Jahren, Dennis Sebastian und Julius Jöhnk spielten gar in Altenholz – kannte die Freude über den auch in der Höhe verdienten Erfolg kaum Grenzen. Drei Siege in Folge: die älteren Gettorfer Spieler haben das zuletzt in der C-Jugend erleben dürfen. Die Geschichte der Gettorfer Ersten ist ja fast schon historisch mit Abstiegskampf egal in welche Liga verbunden. Die Stimmung könnte also besser kaum sein, über den Ausrutscher vom ersten Spieltag kann man mittlerweile entspannt lächeln.

Leider war Coach Jan Strunk im verlegten Spiel (Danke an Altenholz!) beruflich verhindert, und so kam der immer noch an einer hartnäckigen Achillessehnenverletzung laborierende Gerrit Herforth an das Zepter der Macht. Per-Ole Lübker konnte sein erstes Saisonspiel nach überstandener Grippe machen.

Der komplette erste Durchgang war recht ausgeglichen. Konnte Gettorf ein 3:1 vorlegen, und sogar auf 6:3 erhöhen, war der Motor der extrem routinierten Altenholzer nach spätestens 15 Minuten auf Betriebstemperatur. Vor allem über die zwei wuchtigen Kreisläufer Jan Konzan und Felix Rubin drehte der Gast die Partie mit vier Toren in Folge zum 6:7. Auch hatte der GTV Probleme mit Ex-Bundesliga-Keeper Florian Hossner auf der Rückraumlinksposition, der mit großer Dynamik im 1:1 Gefahr ausstrahlte.
Herforth nahm eine Auszeit, und mahnte an: mehr Seitwärts-Bewegung und Akustik in der Deckung, mehr Geduld im Angriff.

Bis kurz vor der Halbzeit konnte sich kein Team absetzen, auch weil der Gettorfer Rückraum die zuletzt gute Durchschlagskraft vermissen ließ. Viele Bälle wurden Opfer von Michael Helam im Tor, oder blieben im Block der Gelben hängen. Auch drei Gegenstöße verwarf Gettorf im ersten Durchgang, bei allen Versuchen war das Aluminium im Weg.
Dennoch: mit 13:12 – allen voran Dank 5 Treffern durch Talent Brian Lübker – wechselte man die Seiten.

Bis zum 17:16 (37.) konnte sich kein Team absetzen, dann kam der Knackpunkt in dieser Partie. Durch zwei kurz aufeinanderfolgende Zeitstrafen gegen Michael Adam und Andreas Sell konnte Gettorf konsequent Treffer in Überzahl herausspielen. Vor allem Lukas Lenschau spielte mit 19 Lenzen wie ein ganz alter Hase, und bewies viel Ruhe im Abschluss. Ganze sieben Tore sollten am Ende aus acht Versuchen zu Buche stehen: klasse!
Der GTV arbeitete nun ordentlich in der Deckung, und bis auf gelegentliche Einzelaktionen von den im gefühlt vierzigsten Frühling befindlichen Andreas Sell (Sebastian: „Einer der besten Handballer die Schleswig-Holstein je hervorgebracht hat.“), hatte man den TSV Altenholz gut im Griff.

So wurde mit einem 7:1 Lauf die Führung auf 24:17 geschraubt. Bis zum 31:22 (55.) war die Partie längst entschieden, dem GTV gelangen nun immer wieder fein herausgespielte Tore, so dass sich jeder Spieler in die Torschützenliste eintragen konnte. Besonders gefreut hat die Mannschaft die drei blitzsauberen Gegenstöße von Florian Steinweh. Es bedarf nahezu keiner Erwähnung, dass auch Julius Jöhnk erneut mit einer klasse Leistung elementarer Bestandteil dieses Erfolgs war.
Über die etwas unnötige Ergebniskorrektur am Ende konnte man so hinweg sehen, ein toller 33:25 Erfolg steht am Ende. Wer hätte das gedacht?!

Nun ist Herbstpause, und am 8.11. geht es beim Auswärtsspiel in Preetz gegen die SH-Reserve wieder um KOL-Punkte. Das ist dann tatsächlich das Duell 5 gegen 4…

Die Torschützen/Aufstellung: Jöhnk, Sebastian 5, Lübker 6, Lenschau 7, Schneider 2, Lenschau 2, Steinweh 3, Stolze 2, Lübker 2, Wiskandt 1 und Augspach 3.