Die Spekulationen in der vergangenen Woche schossen in den Himmel. Der an dieser Stelle bereits sicher gemeldete Klassenerhalt der Ersten Herren war mitnichten wasserdicht. Wie wahrscheinlich ein Abstieg letztlich war, kann jeder Leser für sich entscheiden: bei einem (noch nie dagewesenen) „Fünfer-Vergleich“, d.h. 5 punktgleichen Mannschaften (16:28 Punkte), hätte der GTV in der eigens für diesen Fall errechneten Sondertabelle tatsächlich den kürzesten gezogen, und hätte als Tabellenelfter absteigen müssen. Spätestens seit Freitagabend, Mi/Mo verlor im Nachholspiel in Flintbek, war aber klar: zu diesem irren Konstrukt wird es nicht kommen.  

So konnte man entspannt ins Saisonfinale gehen, genug Wurst und Pils war geordert, und der Spielplan sah einen langen GTV-Handballtag vor.
Und erste Befürchtungen, dass dies auch durchaus ein „0:8 Punkte-Tag“ werden könnte – alle GTV Erwachsenenteams hatten besser platzierte Mannschaften zu Gast – zerschlugen sich schnell. So konnte die Zweiten Damen einen tollen Sieg gegen die Favorisierten Wellseer feiern, die Erste Damen eine fast irre Aufholjagd gegen den THW 2 vollenden, und die Zweite Herren der FT Adler Kiel mit einem spannenden Unentschieden gar den Aufstieg vermasseln. Am Vorabend folgte dann der Auftritt der Ersten Herren gegen den feststehenden Meister und Aufsteiger in die Landesliga TSV Plön.
Als finale Motiviationsspritze fungierte Ex-GTVler Torben Quickert, der den einen oder anderen Freudenschrei seiner ehemaligen Mitspieler entlockte, als er bei der finalen Besprechung vor dem Spiel auf einmal in der Kabine stand. Die Gettorfer hatten sich etwas vorgenommen. Zu Hause und mit ‚Quickys-Segen‘ – da muss doch was gehen. Nach 4 Minuten gelang dem TSV das 0:1, postwendend der Ausgleich durch Gerrit Herforth. Nach dem 2:2 durch Sven Stolze vom Kreis, spielten aber nur noch die Gäste aus Plön. Kapitän Marcus Wagner setzte seine Nebenleute gekonnt in Szene, der GTV zerschellte an der starken 6:0-Deckung der Blauen. Und so sah sich Strunk nach 13. Minuten gezwungen eine dringend benötigte Auszeit zu nehmen (2:7).
Bis zum 5:11 (21.) fehlten weiterhin die Ideen im Angriff – doch dann war Gettorf im Spiel. Zwei Mal traf der interne Torschützenkönig Dominic Henschel (129 Treffer) von Linksaußen, und Arne Reins nutzte seine Sprungkraft um – unter anderen – per Kempatrick zu verwandeln. Das Reins der Mann für die spektakulären Treffer ist, zeigte auch sein artistischer Wurf rücklings zum Tor fallend.  Die Aufholjagd wurde aber erst möglich durch tolle Paraden von Jonas Goos im GTV Tor. Goos bestätigte seine guten Rückrundenform, und war maßgeblich am Klassenerhalt der Gettorfer beteiligt. So fischte er auch den finalen Freiwurf der Gäste aus dem Kreuzeck – beim 12:13 Halbzeitstand war der Anschluss hergestellt.  

Und der Ausgleich für den GTV folgte prompt: der heute treffsicherste Gettorfer Gerrit Herforth netzte gewohnt durchsetzungsstark zum 13:13, und traf kurz darauf vom Punkt zur ersten GTV Führung: 16:15 nach 38 Minuten. Nun war die Halle da, das Spiel offen, und der Kampf wurde von beiden Mannschaften hart – aber stets fair geführt. Die ordentlichen Schiedsrichter Thiele/Thiele benötigen nur zwei Zeitstrafen im kompletten Spiel.
Da die GTV Deckung um jeden Ball kämpfte, und den TSV Plön damit tatsächlich vor eine – vorerst – kaum lösbare Aufgabe stellte, gelang sogar eine zwei Tore Führung in der Mitte des zweiten Durchgangs. Als Jonas Goos einen Siebenmeter abwehrte und das 19:17 fiel, wurde der Glaube an die Sensation immer greifbarer.
Doch genau zu diesem Zeitpunkt kam es auch zum Knackpunkt im Gettorfer Spiel: gleich drei große Torgelegenheiten ließen die Strunk-Spieler liegen, und anstatt die Führung auszubauen, kam Plön bei nachlassender Kraft in der GTV-Deckung zu einfachen Toren, vornehmlich über den stärksten Plöner Leif Borkmann vom Kreis. (8 Tore) So startete der Meister den entscheidenden 5:0 Lauf zum 19:22 (54.) – das Spiel war entschieden. Denn nun fehlte den Gettorfern die Kraft, ein erneutes Aufbäumen zu starten. Auch ein von Eckart Nohns gehaltener Siebenmeter brachte keine Wende mehr. Natürlich fiel der Endstand mit 21:27 etwas zu deutlich aus, allein in der Schlussminute ließ der GTV drei Treffer zu.
Am Ende konnten sich aber beide Teams freuen: der TSV über eine verlustpunktfreie Rückrunde, und die Wohlder über einen couragierten Auftritt, der letztlich auch zeigte, dass man in die Kreisoberliga gehört. Die Klasse wurde am Ende mit 2 Punkten Vorsprung gegenüber der HSG Mielkendorf/Molfsee gehalten… (Mehr im Saisonrückblick in Kürze.)  

Die Saison wurde anschließend traditionell im Vereinsheim ausgeläutet, dank DJ BenQ und dem einen oder anderen Kaltgetränk natürlich in bester Stimmung. Frei nach dem Motto: BÄM!...und danach Vollgas!

Die Aufstellung/Torschützen: Goos, Nohns, B. Lübker 1, Henschel 3, Reins 4, Herforth 6, Carstensen 2, Stolze 2, Augspach 2, P.-O. Lübker, Steinweh 1, Klaas, Großmann und Jöhnk.