23:17 – gerade einmal 40 Tore sahen die gut gelaunten Zuschauer beim Vierpunktespiel Gettorfer TV gegen TSVK Kronshagen 3. Wahrlich kein Handballleckerbissen: bei den Hausherren zitterten nicht nur die Knie und das Handgelenk, während den Gästen schlicht die Mittel gegen eine im späteren Spielverlauf sehr gute GTV-Deckung fehlten. Ja, es ging um viel. Dieses Spiel gehört sicher zu den ganz wenigen, in denen die Wohlder Abstiegskampfexperten favorisiert waren. In der Hinrunde musste man eine unfassbare Niederlage einstecken, als man im zweiten Durchgang das Handballspielen quasi einstellte.

Aber nach zueltzt drei Spielen, in denen man ungeschlagen blieb, wollte man mit einem erneuten Zweier den ‚Deckel drauf machen‘ auf die Saison. So viele kann aber schon sagen: sicher ist der Klassenverbleib noch nicht…   Wieder einmal musste der GTV die volle Kreativität auf dem Spielbericht walten lassen: Trainer Jan Strunk fehlte, Henrik Heinicke sprang ein. (DANKE HENNER!) Mit Timo Carstensen, Florian Steinweh und Sven Stolze fielen zudem gleich drei potentielle Rechtsaußen aus, so dass Lasse Lenschau kurzfristig aus der Zweiten Herren auf seine angestammte Position zurückbeordert wurde. Lenschau machte ein klasse Spiel (5 Tore), und hatte von allen Gettorfern die mit Abstand beste Wurfquote! Denn gerade an dieser haperte es in der ersten Viertelstunde gewaltig: TSVK Schlussmann Steffen Schabert nagelte seinen Kasten dicht, hielt von allen Positionen auch beste Wurfgelegenheiten, und ließ die Gettorfer grübeln. Dennoch: die Chancen wurden konsequent herausgespielt, und nach dem 2:3 (13. Minute) legte Gettorf zumindest etwas die Unsicherheit ab.

Die defensive Deckungsvariante wurde im Abschlusstraining noch einmal trainiert, jedoch hatte der Mittelblock mit Henschel/Augspach so seine Probleme mit Karsten zu Eulenkrugs Stemmwürfen, die allesamt am chancenlosen Jonas Goos einschlugen. Da zudem die Absprache für den quirligen Kronshagener Kreisläufer Dirk Gollin (8 Tore!) nicht stimmte, blieb das tempoarme Spiel bis zum 7:7 ausgeglichen. Nun hatte sich Goos auf die Würfe der Gäste eingestellt, und konnte gleich drei davon entschärfen. Vor allem über die rechte Herforth/Lenschau-Seite kamen die Roten zum Erfolg, der 11:7 Zwischenstand war die Folge. Diesen Vorsprung konnte man auch mit in die Halbzeit nehmen, allerdings bleibt auch festzuhalten: mit konzentrierten Abschlüssen, bzw. einem minder guten Schabert im TSVK-Kasten hätte im ersten Durchgang schon die Vorentscheidung fallen können. Heinicke stellte seinen Angriff zum Auftakt in die zweite Hälfte um, jedoch trug diese Maßnahme keine Früchte. Die Angriffe wurden nicht sauber zu Ende gespielt, bzw. unvorbereitet abgeschlossen: in nur 3 Minuten glich Kronshagen zum 13:13 aus. Der ganz wichtige 14:13 Treffer, und damit das erste Tore in den zweiten dreißig Minuten gelang Gerrit Herforth. Dieser Brustlöser war dringend notwendig, denn die Unsicherheit ob der Wichtigkeit dieser Partie war den Gettorfer nun förmlich anzusehen. Brian Lübker traf aus luftiger Höhe zum 15:13 – doch noch ließ sich Kronshagen nicht abschütteln. Zwei weitere Gollin Treffer, und beim 15:15 war das Spiel immer noch ausgeglichen. (45.) Per-Ole Lübker rückte nun mit in den Mittelblock und sorgte wie zuletzt für Stabilität: Kronshagen sollten nur noch zwei Treffer in der Schlussviertelstunde gelingen. Daran hatte auch Eckart Nohns seinen Anteil, der noch zwei sehenswerte Paraden zeigte, bzw. die Schützen gleich dazu verleitete neben das Tor zu werfen. Exemplarisch für den Willen der Hausherren die Szene beim Stand von 17:16: ein freier Ball wurde von einem Gettorfer erhechtet, und nun konnte auch der Gettorfer Rückraum erfolgreich abschließen: wiederum vier Treffer in Folge – beim 21:16 war das Spiel entschieden! Die Erleichterung über die zwei Punkte war allen anzusehen, denn Freude über ein gutes Spiel hatte keiner. Aber das zählte an diesem Tag auch nicht.

Mit nun 16 Punkten, kann man etwas entspannter auf die beiden letzten Aufgaben blicken: auswärts bei der HSG Mönckeberg/Schönkirchen und zu Hause gegen Meister TSV Plön. Favorit ist man dann zumindest nicht mehr. Die Situation im Tabellenkeller ist aber dennoch prekär: rein rechnerisch kann man noch Vorletzter werden, und dies wäre gleichbedeutend mit dem Abstieg in die Kreisliga.

Die Aufstellung/Torschützen: Goos (1.-46.), Nohns (47.-60.), Hahnewald 2, Lenschau 5, Henschel 3, Reins 1, Herforth 3, Rusch, Wiskandt, Augspach 8, P.-O. Lübker, B. Lübker 1.