Was ein Dusel! Endlich einmal hat der GTV das Glück auf seiner Seite, und kann seinerseits einen Punkt gewinnen. Vor dem Spiel wurde der Wichtigkeit dieser Party enorme Bedeutung beigemessen: mit einem Sieg konnten auch die allerletzten Abstiegssorgen vernichtet werden. Personell drehte sich das Karussell entsprechend: zu den bekannten Langzeitausfällen Per-Ole Lübker (Meniskus-Reha), Gunnar Westphal (Schulter-Verletzung) gesellte sich nun Tim Nohns, der ebenfalls von einer schwereren Schulterverletzung gebeutelt wird. Da Chris Damann durch sein Studium gebunden, und Florian Kunze zwischenzeitlich nach Neumünster umgezogen ist, ist aus dem ehemals vierköpfigen Torwartaufgebot nur noch Jonas Goos übrig. Daher wurde Eckart Nohns reaktiviert: die Gettorfer Legende, zwischenzeitlich Torwarttrainer bei der Ersten, streifte noch einmal das Trikot über, und konnte mit klasse Reflexen und guten Stellungsspiel das Spiel in der Schlussphase äußerst positiv beeinflussen. Als zweite Aushilfe wurde Boris Horst aus der Zweiten Herren erneut hinzugezogen, und avancierte mit zum besten Gettorfer. Bezeichnend?
Die Liste der Ausfälle lässt sich aber problemlos verlängern: mit Marco Landt-Hayen und Christan Bergert (beide beruflich verhindert) und Dominic Grapengeter (Knie-Blessur) fehlten Trainer Hendrik Heinicke weitere Möglichkeiten. Gut, dass erstmalig seit Wochen vor dieser wichtigen Partie vernünftig trainiert werden konnte, wenn auch mit dezimierten Kader.
Das Gettorfer Spiel begann zerfahren und unkonzentriert im Abschluss: 1:5 hieß es nach 7 Spielminuten, vor allem Ex-GTVler Nico Fischer auf Linksaußen narrte Jonas Goos mit mehreren erfolgreichen Abschlüssen. (7 Treffer insgesamt) 
Im Angriff waren es Pfosten oder Latte, oder einfach Unvermögen der gesamten Gettorfer Angriffsreihe: beste Gelegenheiten, die durchaus gut herausgespielt wurden, ließen die Wohlder liegen, die Führung der HSG hernach verdient. (6:10 16. Minute)
Erst in der Schlussphase des ersten Durchgangs packte die Abwehr beherzter zu, und die Chancen wurden nun endlich in Tore umgemünzt: beim 12:13 war der Anschluss hergestellt, doch in der Schlussminute landete ein Gegenstoß - natürlich - am Pfosten und Mönckeberg legte gar noch das 14:12 vor.
 
Heinicke reagierte und brachte Nohns, und forderte vor allem die Deckung das schnelle Spiel der Gäste auch mal zu unterbrechen. Die flinken Spieler, des nach der Trennung von Michael Schulz immernoch trainerlosen Neuntplatzierten, bereiteten dem GTV weiter Probleme. Bis zum 14:18 (39.) lag das Momentum deutlich bei der HSG. Doch dann die beste Phase der Gettorfer, die gestützt auf Nohnsche Paraden mit der zweiten Welle zum Erfolg kamen, und so binnen 5 Minuten ausglichen: Boris Horst war es, der mehrmals am Kreis frei gespielt werden konnte, und mit sechs Treffern zum erfolgreichsten GTV Schützen avancierte.
 
Wer nun auf ein "Messer-Schneide" Spiel hoffte und es zudem mit den Gettorfer Farben hielt, wurde enttäuscht: zwar erzielte der GTV gleich die einzige Führung durch Gerrit Herforth zum 21:20 in der 51. Spielminute, doch wurde diese prompt beantwortet mit gleich vier Treffern in Folge zum 21:24. Da zeigte die Anzeigetafel noch 180 Sekunden Spielzeit. Nun ging es Schlag auf Schlag, Heinicke beorderte eine offensivere Deckung und klar: es mussten schnelle Abschlüsse her. Den Anfang macht Gerrit Herforth mit seinem 6. Treffern, dann vergab Steffen Augspach 80 Sekunden vor dem Ende, um es 40 Sekunden später besser zu machen. Der 23:24 Anschluss. Doch noch hatte Mönckeberg/Schönkirchen den Ball. Dass diese nicht mehr wirklich zielstrebig auf die Entscheidung spielten, scheint nachvollziehbar. Dass passive Spiel folgte und der Ballbesitz Sekunden vor dem Ende. Falco Lentzsch sprintete nach vorne, erhielt den langen Ball und eine Sekunde vor der Sirene schlug der Ball diesmal am Innenpfosten zum 24:24 Ausgleich ein. 

Dies allerdings unter größtmöglichen Protest der Gäste, die den Torschützen beim Abschluss im Kreis wähnten. Der Treffer zählte und bei den Gettorfer freuten sich alle für Falco Lentzsch, für den dieser Treffer auch ein Stück persönliche Genugtuung sein dürfte. Nach einer für ihn unbefriedigenden Saison war dieser Buzzer Beater sicher ein Highlight!
Trotzdem mochte bei beiden Teams kaum Freude über den gewonnenen Punkt aufkommen: Gettorf wollte mit einem Sieg den sicheren Klassenerhalt feiern, Mönckeberg hätte an diesem Tag (ohne die irre Schlussphase) sicher den Sieg verdient gehabt.

Bemerkenswert: mit dem dritten Unentschieden zu Hause in Serie, sind es immernoch vier Punkte Vorsprung die der Gettorfer TV auf den Konkurrenten hat. Angesichts des Schlussprogramms ist ein Platztausch noch möglich: die HSG muss zum vermeidlichen Abstiegsendspiel nach Wellingdorf, dann gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten Altenholz und am letzten Spieltag zur SG Kiel Nord. 
 
Das in dieser Kreisoberliga aber wirklich alles möglich ist, zeigen allein die Ergebnisse von diesem Wochenende: der souveräne Tabellenführer Dänischenhagen verliert in Heikendorf, Polizei gewinnt in Flintbek, der THW fertig die SG Kiel mit 40:27 ab und die HSG gewinnt ebenso deutlich mit 34:20 Toren gegen Wellingdorf. Durch das Unentschieden rutscht Gettorf auf einen bislang enttäuschenden 7. Platz ab. Zum dritten sind es drei Punkte, allerdings kann man auch noch neunter werden. Diesen Platz hat eben Mönckeberg mit vier Punkten weniger aktuell inne.

Wenn die Konstellation in den höheren Ligen unverändert bleibt, steigen wohl drei Teams ab, und es kommt am letzten Spieltag zum Meisterschafts- und Aufstiegsendspiel zwischen Dänischenhagen und Preetz, beide 31:7 Punkte. Spannend!
Die Torschützen: Horst 6, Hahnewald 3, Herforth 5, Augspach 3, Carstensen 1, Lenschau 1, Reins 2, Rusch 1 und Lentzsch 2