Alle warnten vor dem schweren Auswärtsspiel gegen Abstiegskandidat Polizei SV Kiel. Aber wie im Hinspiel tat man sich gegen die wuchtigen Polizisten schwer, und scheiterte vor allem bei eigenen Ballbesitz an der 6:0 Deckung und der Chancenverwertung.
"Unfassbar. Aber Polizei schafft es mit zwei starken Spielern die Partien zu gewinnen." resümierte man später süffisant. Wurfmaschine Stephan "Leeroy" Lorey war dabei gar nicht auffälligster Akteur. Vor allem Mathias Schwarzer war mit 8 Treffern kaum zu stoppen und überragender Akteur auf dem Parkett. 
Nur einmal konnte Gettorf das Spiel ausgeglichen gestalten, die war bis zur 32 Sekunden, als es 0:0 stand. Fortan sollte Polizei immer führen und einem hochverdienten Sieg entgegen streben.
Gettorf suchte im Angriff viel zu schnell den Abschluss - entsprechend blieben die Wurfversuche im Block hängen. 5:2 (9. Minute), und 10:5 (23.). Konnte  man im Stellungsspiel noch halbwegs die Angriffe der Gastgeber unterbinden, viel man im Angriff zunehmend mit Ratlosigkeit auf. Deshalb musste Coach Heinicke in seiner Auszeit überdeutlich werden, und das zuletzt gute Herausspielen von Torchancen einfordern. Mit der Hereinnahme von Arne Reins wurde der Rückraum gefährlicher, und durch zwei Ballgewinne konnte man den 5 Tore Rückstand (11:7) bis zur Halbzeit auf 12:10 verkürzen.
 
Nun sah man vorerst das Momentum auf seiner Seite, und es entwickelte sich ein knappes Spiel? Weit gefehlt: es spielte nur der Vorletzte der Kreisoberliga und beim 19:14 (43.) war der alte Abstand wieder hergestellt. Auch die Leihgabe aus der Zweiten Herren, Torhüter Jan Stegemann bekam keinen Fuss ins Spiel.

 Nun endlich die beste Phase beim GTV: schnelle Tore über die zweite Welle, und beim 19:18 (48.) schien man das Spiel ausgleichen zu können. Nun war es aber Lorey der durch individuelle Klasse zwei Mal traf, und beim 21:18 seine Farben absetzen konnte. In der Schlussphase suchte man beim GTV wieder schnelle den Abschluss, vergab teils überhastet teils aber auch einfach nur schlecht beste Einwurfmöglichkeiten. So parierte PSV-Ersatzmann Tobias Elstermann allein in der Schlussphase noch ca. 10 Würfe der Wohlder und vom 22:20 (53.) fiel die Niederlage mit 26:20 höher aus als nötig.
 
Es wird spannend zu beobachten wie diese Mannschaft die Saison abschließt. Da man als Tabellenachter (?) aus der Kreisliga aufstieg, sah man von Anfang an die KOL als Experiment, Abenteuer an. Nun konnte man bereits 4 Siege Serie sammeln, es dürfte nicht der letzte gewesen sein. Ob es am Ende für den Klassenerhalt genügt, wird man sehen. Ein Lob an die Schiedsrichter der Partie, die mit wenigen Zeitstrafen die Messlatte recht hoch legten, aber Ihre Linie beibehielten. Einzig ein Spieler, seines Zeichens selber überoft Schiedsrichter bei Partien in der Kreisoberliga, schlug bei einem disqualifikationswürdigen Foul an Marco Landt-Hayen über die Stränge, hatte aber Glück und wurde nur mit einer Zeitstrafe bedacht.
 
Torschützen: Herforth 3, Augspach 2, Landt-Hayen 3, Stolze 2, Rusch 2, Carstensen 2, Reins 7.

Offener Schlagabtausch und Abwehrschlacht
Zwei völlig unterschiedliche Halbzeiten sahen die Zuschauer beim 31:31 Unentschieden des GTV gegen die HSG Mielkendorf/Molfsee. Im ersten Durchgang fielen 39 Treffer, und beide Abwehrreihen konzentrierten sich wohl mehr auf den nächsten Angriff als die Defensivaufgaben. Im zweiten Durchgang wurde um jeden Meter gefightet und am Ende sprang ein Leistungsgerechtes Unentschieden heraus.

Der ehemalige Gettorfer Damentrainer Michael Altenhof hat eine sehr junge Mannschaft zur Verfügung, die mit einem Altersdurchschnitt um knapp 20 Jahren sicher die Zukunft in der Liga gehört. Auffällig zudem die Homogenität der Mannschaft in der gleich acht Spieler am Wochenende mindestens dreifach Treffer erzielten. Im Hinspiel konnte Gettorf dank einer überragenden ersten Hälfte zwei Punkte aus Mielkendorf entführen.
Wie erwähnt entwickelte sich ein offensiver Schlagabtausch beider Teams. Gettorfs 'zweite Welle' war anfangs extrem effektiv und der HSG Rückraum nutzten die zahlreichen Lücken zu sehr platzierten Würfen die Damann & Goos chancenlos zurückließen. 

Auch hier war es wieder Arne Reins der viele Impulse brachte: bei knapp 30 Minuten Spielzeit erzielte des Gettorfer Sprungwunder 9 Treffer - stark. Trotz der vielen Treffer setzte sicher der GTV nur einmal etwas ab - 9:5 (11.) Mielkendorf glich beim 13:13 (22.) aus und führte erstmals beim 15:16 (25.). Diese Führung hatte auch beim 19:20 Halbzeitstand Gültigkeit.
 
Nur 23 Tore sollten im zweiten Durchgang fallen, der nun deutlich aggressiver von beiden Abwehrreihen geführt wurde. Das Unparteiischen Gespann hatte aber keine Probleme mit der Partie und verteilte 5:4 Zeitstrafen, wenn auch nun deutlich häufiger gegen die Hausherren, die sich so 3 Mal in Unterzahl befanden. Aber auch diese Phasen wurde überstanden, und mit der Hereinnahme von Dominic Henschel kam das letzte Quäntchen Stabilität in die Deckung: vom 26:26 (48.) konnte sich Gettorf auf 29:26 (51.) in Führung werfen, und diese viereinhalb Minuten vor dem Ende beim 30:28 behaupten. 

Nun versagten Steffen Augspach bei einem Siebenmeter die Nerven und im Gegenzug markierte die HSG den Anschlusstreffer. Nun war es Dominic Henschel der per sehenswerten Unterarmwurf den GTV in Führung warf, aber wieder fand die HSG die Lücke und konnte ausgleichen. Es blieben noch 80 Sekunden: im folgenden Angriff vergab Sven Stolze vom Kreis. Gut, dass die HSG im Gegenzug ebenfalls keinen gefährlichen Torwurf kreieren konnte, und der finale Freiwurf über den Kasten strich.
 
Torschützen: Henschel 1, Hahnewald 4, Herforth 6, Augspach 6, Rusch 2, Carstensen 2, Lenschau 1, Reins 9.