Wer hätte das gedacht? Mit 32:22 gewinnt der GTV auch sein zweites Heimspiel der Kreisoberligaspielzeit 13/14. Mit der SG Kiel Nord kam eine bislang ungeschlagene Mannschaft, die zudem mit hohen Ambitionen in die Saison gestartet ist.
Wie schon nach der Niederlage gegen den THW 4 berichtet, weiß man in Gettorf noch nicht so recht, wo man sich denn nun in der Liga befindet: geht die Tendenz eher in die oberen Tabellenregion oder doch nach unten?
Zumindest eine Tatsache ist festzustellen nach dem hochverdienten Sieg gegen die SG: Gettorf ist in Heimspielen schwer zu bezwingen. Kapitän Timo Carstensen formulierte es im Überschwang der Gefühle direkt nach Abpfiff so: "Das könnte man sogar als Signal an die Liga interpretieren, dass wir die SG mit 10 Toren schlagen..."
 
Schon im Laufe der Woche stellte sich heraus, dass ein langjähriger Spieler die Erste verlässt: Torben Quickert hat sein Studium in Kiel erfolgreich abgeschlossen. Ihn wird es beruflich in die Nähe der Heimat ziehen (Bremen). Nach sechs Jahren verliert Gettorf einen echten Typen.
Kein Wunder dass bei 'Quickys' Verabschiedung auch feuchte Augen beim fröhlichen Wildeshausener zu sehen waren. Alles Gute und Danke für alles Quicky!
 
Kiel Nord startete furios am Samstag Abend: die aggressive 6:0-Deckung bereitete den Gettorfern arge Probleme. Bis zur fünften Minute kam Gettorf nicht ins Spiel, auch der starke Rückhalt Thorsten Lasch stand immer genau dort, wo ein Gettorfer Angreifer den Ball hinwerfen wollte. So kassierten die Dänischen Wohlder Gegenstöße bis zum 1:4 Rückstand.
Da schwante den Gettorfer Zuschauern böses. Trainer Henrik Heinicke reagierte, und beorderte Arne Reins auf die Halblinksposition, der anfangs aber auch kein Fortune im Abschluss hatte. Erst nach über 9 Minuten erzielte Lasse Lenschau den zweiten Gettorfer Treffer. Mit viel Einsatz bugsierte er den Ball im Fallen ins Netz.
 
Dieser Treffer hatte Weckruf-Funktion: vor allem die Deckung mit einem guten Jonas Goos dahinter packte nun beherzter zu, so dass nach 15 Minuten erst der 6:6 Ausgleich fiel. Nach zwei weiteren Führungstreffern der SG konnte Gettorf von 7:8 auf 12:8 mit einem starken 5:0-Lauf die Partie drehen, die insgesamt vier Siebenmeter gab es allesamt vor der Pause. Zudem verfingen sich die quirligen Rückraumspieler der Gäste in der nun besseren Gettorfer Abwehr. Auch die häufigen Kreisanspiele wurden unterbunden. Dummerweise waren es aber solche, die noch zwei Gegentore zum 12:10 Halbzeitstand brachten.
 
Was hatte man aus der Niederlage beim THW gelernt? Den Start in den entscheidenden Durchgang nicht verschlafen! Nach drei schnellen Treffern und dem 13:12 Anschluss durch den besten SG Akteur Schulz begann die stärkste Phase der Gettorfer: ein weiterer 5:0-Lauf auf 18:12 in nur viereinhalb Spielminuten ließ die Führung deutlich anwachsen. Ballgewinne hinten, und Konsequenz im Abschluss vorne ließen Spieler und Zuschauer jubeln. Doch damit nicht genug: da den Gästen nun vollkommen der Faden verloren ging, erhöhte das Heinicke-Team bis zur 46. Minuten auf 24:14 - die Vorentscheidung. Heinicke rotierte nun viel, weshalb "das Ergebnis nun nur noch verwaltet wurde", wie er nach dem Spiel erkannte. "Hier hätte ich mir gewünscht, dass wir konsequent unser Spiel weiter spielen."
 
Dabei bekamen alle Zuseher einige erstaunliche Treffer zu sehen: Timo Carstensen mit Stemmwurf aus dem rechten Rückraum (!), Per-Ole Lübker mit gefühlvollen Heber, und die ersten Saisontore von Mattis Klaaß und Falco Lentzsch wurden beklatscht. Zudem kam Timm Nohns zum ersten Punktspieleinsatz und konnte gleich mehrere sehenswerte Paraden zeigen, indem er an die Leistung von Jonas Goos nahtlos anknüpfte.
 
Kaum vorzustellen wäre Nohns das erste Saisontor mit zwei Wurfversuchen aus dem eigenen Sechsmeterkreis gelungen, denn die SG agierte nun oftmals mit einem 7. Feldspieler. Bei der SG wussten vor allem Helge Müller (4 Tore) und Schulz (7) zu gefallen.
Die nun teilweise nicklige Partie hatte noch eine unschöne Szene in der 54. Minute als Felix Bubin Per-Ole Lübker beim Versuch einen langen Pass zu spielen rüde von hinten stieß, und dafür zurecht die rote Karte sah.

32:22 lautete der Endstand: maßlos enttäusche Gesichter auf der einen Seite, ungläubig drein schauende Sieger auf der anderen - einen solchen Erfolg hätte man sich auf Gettorfer Seite nie erträumt.
 
Und so kommt es am folgenden Wochenende zu einem echten Spitzenspiel in Preetz: der noch ungeschlagene Aufsteiger siegte am Sonntag beim THW mit 31:29 Toren. Das Duell am Sonntag um 15 Uhr in Preetz lautet: Platz 1 gegen 4.
 
Die Torschützen/Aufstellung: Goos (1.-42.), Nohns (43.-60.), Reins 5, Carstensen 3, Hahnewald, Klaaß 1, Herforth 3, Großmann, Westphal 2, Augspach 9/4, Lenschau 2, Lübker 3, Stolze 2, Lentzsch 2.