Die neuformierte Mannschaft des GTV traf auf die neuformierte Mannschaft des THW 4. Aufhorchen ließ bereits das torreiche Aufeinandertreffen des Zebras beim Sieg in Flintbek. Und siehe da: mit Nils Jureczek, Michael Rutthoff und Alexander Farr sind gleich einige Hochkaräter neu im Kader von Ulrich Kraft.

 Der GTV musste auf Torben Quickert (der Kartenvorverkauf für das Abschiedsspiel läuft) und auf Sven Stolze verzichten. Vielleicht hätte Henrik Heinicke mit diesen Optionen die entscheidenden Impulse setzen können, da es gerade im Rückraum wenig Entlastung gab.

Das 1:0 durch den wieder sehr agilen Arne Reins folgten drei Treffer der Hausherren zum 3:1 nach acht gespielten Minuten. Doch die GTV Abwehr biss sich zusehends in dieses Spiel. Und als die ersten Bälle erobert wurden und Lasse Lenschau mit dem 3:4 den wiederum dritten GTV-Treffer in Folge erzielte, erkannte wohl auch der letzte in der Halle, dass dies vielleicht ein Duell auf Augenhöhe werden könnte. Die Partie blieb die komplette erste Hälfte ausgeglichen - kein Team führte mit 2 Toren. Florian Kunze überzeugte als guter Rückhalt - wenngleich man zugeben muss, dass der THW auch Wurfpech hatte. 

Mit dem 12:12 zur Pause war man auf Gettorfer Seite nicht unzufrieden. Heinicke ließ aber aufhorchen: "Wir müssen in der Deckung wieder mehr tun!"

Da sich dies aber eben genau nicht einstellte, war es vor allem Nils Jureczek, der das Spiel nun an sich riss, und über zielstrebige Einzelaktionen die Führung der Kieler auf 17:13 anschwellen ließ. (39.) Diese Schwächeperiode sollte letztlich der Knackpunkt in diesem Duell sein. 

Denn fortan konnte der Abstand konstant gehalten werden: der Wake-Up-Call von Gunnar Westphal mit fulminanten Gegenstoß war leider keiner um noch einmal Kräfte frei zu setzen, auch der Schlagwurf-Hammer von Gerrit Herforth brachte nur den Anschluss auf vier Tore - mehr war nicht drin. Auch auf der Torwartposition gab es nun den entscheidenden Ausschlag zugunsten Johannes Sutters, der neben Jureczek stärkster Spieler seiner Farben war. Mit zahlreichen Paraden hielt er die kämpfenden Dänischen Wohlder auf Distanz.

Das Spiel hätte durchaus mit 3-4 Toren Unterschied enden dürfen, doch vom 27:23 (55.) bis zum 31:23 Endstand traf nur noch der THW, so dass das Ergebnis letztlich ein wenig zu hoch ausfiel.

"Ich bin mit 50 Minuten des Spiels meiner Mannschaft sehr zufrieden. Wir haben genau das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben." bilanzierte Heinicke und erkannte: "Ich sehe den THW aber ganz klar nicht als Gegner, bei dem wir gewinnen mussten."

Schon am kommenden Wochenende kommt die nächste Möglichkeit zu punkten: mit der SG Kiel Nord allerdings eine Mannschaft, die ebenfalls nach höherem strebt. Mit 4:0 Punkten thront man aktuell auf dem noch geteilten ersten Rang. Vorher gilt es jedoch am Dienstag die zweite Pokalrunde gegen den Heikendorfer SV 2 zu erreichen.

Die Aufstellung/Torschützen: Kunze (1.-60.), Goos (bei einem 7m), Reins 6, Herforth 5, Großmann 1, Carstensen 1, Westphal 1, Augspach 3, Lenschau 2, Lübker 2, Landt-Hayen 2/2, Grapengeter, Hahnewald