Man kann es nur erahnen wie sich Armina Bielefeld  in der Fußball Bundesliga-Saison  1999/2000 nach 10 Spielen ohne Punkt fühlte, was sich die Eintracht Hildesheim in der letzten Handballbundesliga-Saison nach 21 verlorenen Spielen in Folge dachte und was für eine Euphorie der Koyote haben sollte, wenn er jemals den Road Runner  fangen sollte.  Aber auf jeden Fall ist der ganzen Mannschaft des Gettorfer TV nach dem 36:31 (13:11) Heimerfolg gegenüber den TSV Flintbek eine riesen Last vom Herzen gefallen. Zwar war die Niederlagenserie nicht so extrem wie in den angeschnittenen Beispielen, dennoch war es mit den verloren Spielen in der Vorbereitung eine gefühlte Ewigkeit.

 

Wollen wir noch einmal in der Sporthistorie kramen. Vielleicht ist einigen noch „16/3 Reischmann“ (sprich: sechzehn Strich drei) ein Begriff. Martin Reischmann erzielte für den GTV  im Oktober 2008 entsprechende Tore im Auswärtsspiel gegen den SV Mönkeberg in der Landesliga (a.d.Red.: Martin spielte heute für die SG Glinde/Reinbek in der Landesliga-Süd und es geht im gut). Nun erheben wir uns von Stühlen und bekunden „16/8 Fischer“. Nico Fischer erzielte gegen Flintbek 16 Tore, davon 8 per Siebenmeter und hatte einen großen Anteil am ersten Saisonsieg der Gettorfer. Es wäre aber zu vermessen nur dem Außenspieler diesen Sieg anzukreiden. Es war (Achtung jetzt kommt die obligatorische journalistische Phrase) eine mannschaftliche Geschlossenheit, die zum Sieg führte. Vor allem war der Sieg souverän. Kein einziges Mal führte der TSV.

Von Beginn  an auf der Höhe setzte man sich bis zur 10. Minute auf 6:1 ab. Torsten Lange gab im Tor eine gute Partie ab und im Angriff zeigte man zuletzt fehlende Konsequenz. Danach folgte eine kleine Schwächephase, die die Gäste wieder auf 6:4, 7:5 herankommen ließen, danach konnte die Führung wieder auf 11:6 (26.) ausgebaut werden. Im Rückraum fehlten zwar Stolze und Grossmann, doch konnte wieder Christian Krause eingesetzt werden und dieser zeigte auch wie wichtig er für das Team sein kann. Des Weiteren half zum ersten Mal Steffen Augspach, der eigentlich nur noch 2. Herren spielte, in der Ersten aus. Dieser konnte ein Handball-Hattrick an dem Wochenende feiern, zuvor siegte er im Pokal gegen Wellingdorf 2 und am Tag davor im Punktspiel gegen Mönkeberg/Schönkirchen 3.  „Es hat Spaß gemacht“, war sein Resümee nach dem Spiel. Ich denke das kann man so stehen lassen, denn genau das zeigte die Schulz-Sieben zu Beginn der zweiten Hälfte. Ließ man die Jungs von der Endmoräne noch zur Pause auf 13:11 verkürzen, folgte eine morphologische Gletscherbewegung des GTV, die die Endmoräne bis zu auf eine 28:17-Führung aufstaute. Nach dieser glazialen Serie folgte der Klimawandel bei Flintbek. Coach Glöckner der Gäste ließ nun alle Rückraumspieler auf Mann nehmen und versuchte den GTV zu verunsichern. Nun mussten die Außenspieler und Kreisläufer zeigen wie sie 3:3 spielen können. Hier zeigte sich besonders der schon erwähnte Fischer erfolgreich.  Leider fruchtete die Umstellung des TSV auch, der bis auf 34:29 in der 58. Minute heran kam. Trotz alledem war der Sieg nach dem Zwischenlauf nie wirklich in Gefahr und man zeigte der Liga, dass der GTV noch da ist. Man gab auch die rote Laterne an die HSG Mi/Mo (dessen Trainer Michael Altenhof, seines Zeichen Trainer der Gettorfer Frauen, die ihre Heimspiele immer nach der ersten Herren haben und damit zu dem am besten vorbereitesten Trainer der Liga gelten sollte) abgegeben haben. Jetzt folgt eine einmonatige Pause, bevor es am 28. Oktober um 16:30 Uhr gegen die TSV Altenholz 3 geht.

{module 1herren_fli}

Geschrieben von Torben Quickert

Fotos von Jörg Homeister