Tag des offenen Tores in Gettorf - 75 mal mussten die Keeper hinter sich greifen. Was für Publikum und Torewerfer unterhaltsam ist, war für Torhüter und Trainer sicher weniger spaßig. Auf Gettorfer Seite bekam man das schnelle SG Spiel viel zu selten in den Griff: ob 3:2:1-, 6:0-, 5+1-Deckung - so richtig bekam der löchrige Verbund nie Zugriff auf die Gäste. Trotzdem hielt man stets eine 3-4 Tore Führung die kurz vor Schluss durch drei sehenswerte Bergert-Treffer endgültig entschieden wurde.

Vor dem Spiel eine ungewohnte Situation für Trainer Sven Stolze: gleich mehrere Alternativen hatte der Jungtrainer auf der Bank. Er entschied sich für folgende Startsieben: Julius Jöhnk im Tor, Christian Bergert, Arne Reins, Steffen Augspach, Dominic Henschel, Timo Carstensen und Torben Quickert.
Diese sieben sollten das Spiel schön schnell machen, hatte man doch beim Gegner Schwächen in der Rückzugsbewegung ausgemacht. Nach dem schnellen 0:2 kam der GTV besser ins Spiel - beim 3:4 (8. Minute) klappte es im GTV Angriff immer besser - doch wurden immer wieder gute Einwurfmöglichkeiten ausgelassen. Nach einem erstmaligen Durchbruch der 40 Tore Schallmauer sah es auch nach 10 Minuten noch nicht aus. Doch Geburtstagskind Timo Carstensen, und Dominic Henschel kamen nun zu leichten Toren, Julius Jöhnk hielt mehrmals glänzend, und beim 9:4 (15.) nahm SG Trainer Michael Thimm die Auszeit. Bis zum 16:10 versuchten beide Mannschaften den Abstand zu optimieren, jedoch gelang es beiden Abwehrreihen kaum sich auszuzeichnen. Und so dachte man sich wohl: mehr Tore werfen genügt, und der unterhaltsame Shootout nahm seinen lauf. Beim 18:14 wurden Seiten gewechselt - durch zwei dumme Fehler im Angriffsspiel lud man die Friedrichsorter zum Kontern ein - die dankend annahmen und noch auf vier Tore verkürzten.

Die zweite Halbzeit wurde nicht wirklich spannend, auch wenn die Gäste beim 24:22 Morgenluft witterten. Nun war es Arne Reis der mit erstaunlichen Würfen aus der Kategorie "Darfst-du-nicht-machen" für die Höhepunkte sorgte: so auch sein Unterarmwurf aus fast 12 Metern halblinker Position. Auch Torben Quickert suchte oftmals den Abschluss und war durch die offensivere SG-Deckung nicht wirklich unter Kontrolle zu kriegen. Als der GTV dann geduldig seine Chance herausspielte, glänzte das Geburtstagskind auf Rechtsaußen und traf fast nach Belieben. Die Entscheidung in der 56. Minute: abermals hatte Gettorf die schnelle der Schilkseer "übersehen" (32:35) konnte aber nun durch den dreifachen Streich vom französischen Klasselinksaußen Christian Bergert die Entscheidung herbeiführen.

Allein in den Schlussminuten erzielte Mathias Graf zwei weitere Gegenstoßtore, und die 40 war erstmals durchbrochen.
Keiner der vier eingesetzten Keeper konnte freilich von einem schönen Handballspiel sprechen - zu oft wurde die Deckungsarbeit vernachlässigt. Vielleicht lag es auch am munteren Wechseln der Trainer, vielleicht wollte man dem Publikum im vorletzten Heimspiel aber auch etwas besonderes bieten.

Die Tabellensituation für die Erste stellt sich unverändert dar. Der Vizetitel ist nah, aber noch lange nicht sicher. Da Altenholz - momentan die Mannschaft der Stunde - auch beim Meister in Dänischenhagen gewann, läuft alles auf das entscheidende Duell am letzten Spieltag in Gettorf hinaus. Beachtlich: verliert Gettorf gegen Kronshagen und Mönkeberg, siegt aber am letzten Spieltag gegen Altenholz, so ist man sicher Zweiter. Gewinnt man beide Spiele in Kronshagen und Mönkeberg, verliert jedoch das Endspiel gegen den TSVA - so ist man sicher Dritter. (Wenn man davon ausgeht, dass Altenholz da weitermacht, wo es vor 9 Spieltagen begann.) Strenggenommen sind die nächsten beiden Partien also ein Muster ohne Wert - jedoch wird man sich auf Gettorfer Seite nicht schonen, und versuchen die Saison mit 10 Minuspunkten zu beenden.

Im Einsatz: Reins 8, Henschel 8/3, Bergert 7, Carstensen 6, Quickert 6, Graf 2, Wiese 2, Augspach 2, Großmann, Voß; Jöhnk (1.-22. & 30.-60.), Blendermann (22.-30.)