Nachdem man zuletzt selbst zuhause gegen einen nominell schwächeren Gegner nicht überzeugen konnte, zeigte man bei (mittlerweile als KOL-Meister feststehenden) Dänischenhagenern eine bis zum Schluss aufopferungsvolle Leistung, die trotz einer spielerischen Durststrecke Mitte der ersten Halbzeit fast zum Punktgewinn beim MTV gereicht hätte.

Leider hatte das wieder außerordentlich faire (wie im Hinspiel lediglich nur eine Verwarnung pro Team und keine Zeitstrafen! [Ausnahme folgt]) Derby mehrere Verletzte zu beklagen: Philipp Schönbach bekam einen Wurf aus kürzester Distanz direkt auf das Auge, Christian Wenn schied mit Kniebeschwerden aus und GTV-Linksaußen Gunnar Westphal riss sich kurz vor Schluss bei einem Zweikampf an der Mittellinie die Achillessehne. Die Erste wünscht allen Beteiligten auf diesem Wege Gute Besserung und ein möglichst schnelle Genesung!

Das Spiel begann recht schwungvoll auf beiden Seiten, wobei die quirligen Gastgeber um Dubbe (6 Tore) und Neumann (5) zunächst mehr Präzision im Abschluss zeigten als die Gäste aus Gettorf, die schon früh mehrfach an Christian Wenn im MTV-Tor scheiterten (6:2, 8. Minute). In der Folge sorgten Umstellungen in der GTV-Deckung (Formation wechselte zwischen 6:0, 3:2:1 und 4:2) für Unruhe im Aufbauspiel des Meisters, so dass Gettorf zu Ballgewinnen und einfachen Toren kam (6:5, 12.). Bis zur 18. Minute blieb der Spielstand knapp (9:8), ehe der MTV richtig ins Rollen kam. Begünstigt durch eine Reihe von Abspielfehlern beim GTV gelang hauptsächlich über Gegenstöße ein 7:0-Lauf, der das Spiel in der 26. Minute fast schon entschieden schienen ließ. Hätte Thorsten Lange im GTV-Tor nicht noch drei Konterchancen vereitelt, zur Pause hätte man wohl zweistellig zurück gelegen (17:10).

Allen war klar, dass dieser Rückstand gegen die ganze Saison über souverän punktende Gastgeber kaum noch wieder aufzuholen sein würde. Dennoch wollte man sich und den mitgereisten Anhängern beweisen, dass es besser geht. Bis Mitte der zweiten Hälfte konnte man die Angelegenheit zumindest ausgeglichen (je 9 Tore) gestalten, das 26:19. (46.) ließ aber immer noch nicht am Sieg des MTV zweifeln. Doch dann begann Arne Reins das Torewerfen – begünstigt durch den verletzungsbedingten Wechsel im MTV-Tor, denn Wenn dominierte zuvor klar das Torwart-Duell. Der für ihn zwischen die Pfosten gerückte Daniel Bundtzen konnte zwar mehrfach gegen Carstensen parieren, bei den knallharten Distanzwürfen von Reins (6) war er aber machtlos. Da auch noch Henschel (7) neben Schlagwürfen einen Überzieher in seinem „Rückraum-Rechts-Repertoire“ entdeckte und MTV-Antreiber Dubbe komplett in Manndeckung genommen wurde, verkürzte sich der Rückstand auf 26:22 (48.).

Im folgenden Angriff gelang es dem MTV bei drohendem passiven Spiel, vier Freiwürfe herauszuholen, und dann doch noch erfolgreich durch Vollbehr (5) abzuschließen. Doch auch durch diesen Dämpfer ließ sich die Erste nicht unterkriegen, auch wenn der Vier-Tore-Abstand noch zehn Minuten Bestand haben sollte (29:25, 57.). Jöhnk, mittlerweile zwischen den GTV-Pfosten, parierte in dieser Phase drei freie Bälle infolge, und vorne riss Augspach (6) das Spiel an sich und fand - wenn er nicht selber traf - Westphal auf Außen (4), Quickert am Kreis (3) oder eben Nebenmann Reins. Beim 29:27 (59.) hoffte man auf einen Ballgewinn ohne Foulspiel, der allerdings nicht gelang. Daher ließ man den MTV nun mehr oder minder unbedrängt abschließen, leider zu zentral 30:27 (59.). Doch nach einem weiteren schnellen Treffer, gelang Westphal hinten der Ballgewinn. Es folgte die eingangs erwähnte Szene, dreißig Sekunden vor Schluss, bei einem Allerwelts-Zweikampf. Da der GTV mit Henschel und Reins immer medizinisch geschultes Personal mit dabei hat, war die Diagnose recht schnell klar. Mit Trage ging es für Gunnar vom Spielfeld direkt ins Krankenhaus. Alles Gute noch einmal!

Die überlegt pfeifenden Schiedsrichter, die keinerlei Probleme mit der wie erwähnt äußerst fairen Partie hatten, werteten die Situation als Verhindern einer klaren Torchance, wodurch es Siebenmeter für den GTV und eine Zeitstrafe für den MTV gab. Diesen verwandelte Henschel zum 30:29, und es folgten noch einige hektische Sekunden, in denen man den Gastgeber abschließen ließ, mit den letzten Sekunden eigenem Ballbesitz aber nicht mehr zum Abschluss kam.

Trotzdem beide Teams auf wichtige Akteure verzichten mussten - Herforth fehlte auf der einen, Otto auf der anderen Seite - zeigten sie KOL-Handball der besseren Sorte mit viel Tempo und Fairness trotz harter Abwehrarbeit! Mit diesem Sieg gelang es dem MTV, wie gewünscht den ersten Matchball zur Meisterschaft zu verwandeln. Der GTV gratulierte bereits direkt nach Spielende zu dem damit verbunden Aufstieg in die Landesliga. Dennoch hätte man zumindest einmal gerne gegen Dänischenhagen gepunktet, doch es fehlten jeweils Kleinigkeiten im Gettorfer Spiel. Diese gilt es für Coach Stolze weiter auszumerzen, denn auch die nächsten Spiele werden kaum einfacher für die Erste. Bei den beiden folgenden Heimspielen gegen Schönkirchen (26.2.) und Friedrichsort (4.3.) jeweils sonntags um 1500 Uhr fehlen mit Arne Reins und Gerrit Herforth die beiden erfolgreichsten Feldtorschützen des Teams, so dass Stolze wieder mit neuen Ideen im Rückraum gefragt ist. Es bleibt zu hoffen, dass zumindest die zuletzt erkrankten Wiese und Großmann wieder mitwirken können…

Henschel 7/1, Reins 6, Augspach 6, Westphal 4, Quickert 3, Carstensen 2, Bergert 1, Krohn, Stolze, Graf n.e.; Lange (1.-25.). Jöhnk (25.-60.), Blendermann n.e.

Spielfilm: 6:2, 8. / 6:5. 12. / 9:8, 18. / 16:8, 26. / 17:10, HZ / 22:14, 39. / 26:19, 46. / 26:22, 48. / 29:25, 57. / 30:27, 59. / 30:29 Endstand