Das man so etwas noch erleben darf... Schon am Samstag Nachmittag wurden in Preetz alle Wettbüros vorzeitig geschlossen, einfach zu groß war der Andrang der Massen, die schnell noch einmal ihren Geldbeutel auffüllen wollten. Zu verlockend die Wettquote von 104:0,01 für einen Sieg auf den Raisdorfer TSV gegen die favorisierten Gettorfer Handballrecken. Und als das Spiel dann endlich im rutschigen Rund der Raisdorfer Gemeinde angepfiffen wurde, breiteten sich bei vielen Wettpaten Schweißplacken unter den Achseln aus. Souveräne Gäste hatten das Spiel voll im Griff und führten schnell mit 6:0.

Zwar gelang es den Gastgebern dann durch viele einfache Gegenstöße immer wieder, den Rückstand zu schmälern, aber letztendlich ging man mit einem 12:16 Vorsprung in die Kabinen.

Dass das Spiel noch nicht entschieden war, war jedem Gettorfer wohl klar, zu schwankend und labil waren die Leistungen in Angriff und Abwehr. Zwar konnte der Vorsprung bis zur 45. Minute verwaltet werden, doch eine unnötige doppelte Unterzahl sorgte für die Wende in dem umkämpften Spiel. Raisdorf rackerte und wurde mit einer 23:22- sowie 24:23-Führung belohnt. Doch nun fing man auch wieder auf Gettorfer Seite an zu beißen und erkämpfte sich eine 26:24-Führung zwei Minuten vor Schluss.
War es das? Gedanken an die letzten Spiele machten sich breit und die Gettorfer fingen an zu wanken...und fielen. Sekunden vor Schluss (natürlich wieder durch einen unnötigen Tempogegenstoß) fiel der Ausgleich. 26:26 pries die Anzeigetafel an und noch wenige Sekunden blieben, vielleicht doch noch den Siegtreffer zu erzielen. Aber der finale Wurf verfehlte das umrahmte Netz knapp und so jubelten die Raisdorfer innigst über den gewonnenen Punkt. Auf Seiten der Gettorfer hingen die Köpfe knapp über der Grasnarbe, hatte man doch einen sicheren Sieg wieder einmal aus der Hand gegeben.

Aber es kam noch schlimmer: der Preetzer Schiedsrichter bekam bei den Gedanken an sein Wettkonto schwitzige Füße und änderte kurzerhand das Ergebnis auf ein 27:26 für Raisdorf ab. Trotz korrekt geführtem Spielbericht (Tore, Torfolge,...) und dokumentierter WhatsApp-Aufzeichnungen im LiveStream! Was folgte, war natürlich ein noch größerer (fast hämischer) Jubel auf der Gastgeberseite mit den Kommentaren wie "Genauuu, das hab ich auch so gezählt" usw..
Trotz Gettorfer Proteste blieb der Schiedsmann bei seinem orakeltem Ergebnis und auch der Einwand einer Raisdorfer (!!) Zuschauerin, dass sie auch auf ihrer Taschentuchstrichliste ein 26:26 markierte, änderte nichts am Endstand. Die Äußerungen des "Unparteiischen" zum Ergebnis und der Frage, warum er es denn nicht korrigiert habe waren dann: "Ich habe gar nicht auf die Anzeigetafel geschaut" und "Ich hatte auch keine Zeit, es zu korrigieren" (Na, hat jemand den Widerspruch erkannt ??). Komisch komisch.

Fakt ist jedenfalls: Die Zweite Herren hat das Spiel selbst verdaddelt, ein deutlicher Sieg wäre Pflicht gewesen und bei der gezeigten Leistung und dem Kampfgeist der Raisdorfer wäre ein Unentschieden sogar gerecht gewesen. Aber: Tatsachenentscheidung. Danke! Und nun geht es weiter im trüben Mittelfeld der 1. Kreisklasse.

Raisdorfer TSV - Gettorfer TV II: 27:26 (?) - 12:16

GTV II: Jan Stegemann; Mark Henschel 6, Olaf Kroschel 6, Marc Wernecke 6, Dennis Mohr 4, Cornelius Seidler 2, Marco Koch 1, Dominic Grapengeter 1/1, Lars Feldmann 0

Strafen:
GTV II: 2 Gelb, 2 x 2- Minuten
RTSV: 4 x Gelb, 1 x 2- Minuten

Siebenmeter:
GTV II: 1/1
RTSV : 2/3