[Jürgen Weik] Es ist einer dieser speziellen Sonntage… Spielertrainer MüllerMohr hat das nur ganz knappe Personaldeckchen an und droht mit Selbsteinsatz; der vorherige Spieltag hat eine Niederlage beim Tabellenletzten mit sich gebracht, die eher nicht einkalkuliert war; die Ballwerfer von der Polizei SV kommen zu Besuch, eine Mannschaft mit der man sich schon seit Jahrzehnten herumbalgt. Nachdenklich blickt MüllerMohr auf das Häuflein Spielwilliger, die sich fast in Kabine 1 verlieren.

Ohne Stegemann, ohne jugendliche Unterstützung aus der Ersten, ohne die eingedudelten Meise und Knutschen… Ach, wird schon.

Das Spiel beginnt, die 2. Herren verteidigt hinten zornig mit einer fixen 5-1 Abwehr und besonderem Augenmerk auf die Anspiele an den ca. 2,69 hohen Kreisläufer der Schutzmänner. Im Augenwinkel wird beobachtet, dass Schupo Scheffler auch nur seine Trikotagen zur Schau stellt und nicht ins Spiel einzugreifen gedenkt. So kann auch Spielertrainer MüllerMohr entspannt einfach nur Trainer sein. Denn was sich vor den vor Freude entzündeten Augen der Gettorfer abspielt, ist unbegreiflich. Vorne fällt Tor auf Tor, die Polizisten haben ihre Schilde vergessen und was Werner mit Tempo, Piescher mit Sprungkraft und Lasse mit aaliger Geschicklichkeit im Rückraum an Torchancen kreieren, lässt den Eindruck erwecken, dass hier wohl auch ein wenig Wiedergutmachung für das Debakel der Vorwoche geleistet werden soll.
Und hinten? Viel zu selten können die Schutzmänner eigene Tore würfeln, gut bis sehr gut hat man die Kreisachse um Shorty Hightower im Griff… und was dann noch aufs Tor kommt, wird von Alex kaum ins an diesem Nachmittag selten zappelnde Netz gelassen. Und wenn die Polizisten sich mal ein wenig rangerobbt haben, finden die 2. Hasenherren noch immer einen Scheit zum Nachlegen.
Auch in HZ 2 ändert sich das Bild kaum. Außer, dass Alex nun lieber im Felde das Zepter schwingt und Monster im Gehäuse eine für seine bescheidenen Verhältnisse gute Partie abgibt. Es bleibt eine helle Freude dieser Truppe an diesem Tag beim Siegen zuzusehen. Am Ende hat man einen Vorsprung von 10 satten Toren herausgeschossen in einem fairen Spiel unter unauffälliger Leitung. Und ein jeder Feldspieler konnte sich in die Torschützenliste einkreiden (nur Mark haute das Ding 10tel Sekunden vorm Halbzeitpfiff lieber an den Pfosten…).

So kann man das berüchtigte Abstiegsgespenst sicher aus der Naschwerkarena zu Gettorf verbannen. Und nach oben… tja, das hat man sich in dummen Spielen vorher vermasselt.

Gettorfer TV: Alexander Sperl, Jürgen Weik; Marc Wernecke 8, Dennis Mohr 7/3, Cornelius Seidler 6, Olaf Kroschel 3, Lasse Lenschau 3, Lars Feldmann 2, Alexander Sperl 2/1, Marco Koch 1, Mark Timmler 0, Jan Müller (Trainer)

Siebenmeter:  
GTV II: 4/7  
PSV II: 2/3

Strafen:
GTV II: 3 x Gelb (Feldmann, Koch, Wernecke), 1 x 2- Minuten (Mohr)  
PSV II: 3 x Gelb, 2 x 2- Minuten