Der Pokal hat seine eigenen Gesetze, doch diese Wahrheit ist beim Handball nur minder anwendbar. Handball-Guru Bob Hanning brachte es einmal so auf den Punkt: "Beim Handball sind Überraschungen, wie wir sie aus dem Fußball kennen, nicht wirklich realistisch. Die unterklassige Mannschaft muss hier viel mehr Angriffssituationen überstehen, so dass sich die höhere Klasse meist durchsetzt."


So in etwa konnte man das Geschehen in Bordesholm auch umschreiben. Eine motivierte Gastgeber Mannschaft (Kreisoberliga) mit einem hoch motivierten Trainer gegen eine Altenhof-Sieben, die zu großen Teilen mit den Nachwirkungen der vorangegangen Festivitäten zu kämpfen hatte. So legte die SG gleich mit ordentlich Dampf los, doch also Kathi Glusk (11/5) einen Gang höher schaltete, wurde auch das ganze HSG G/O Spiel besser. Nach dem 4:3 sollte die HSG lange Zeit keinen Treffer zulassen, auch von Rechtsaußen in Person von Nina Augspach (4 Tore) treffsicher und konnte so die Führung bis zum 11:4 (!) ausbauen. Das Bordesholmer Publikum hatte sich gegen das junge Schiedsrichterinnengespann eingeschossen, die aber wirklich eine gute Partie pfiffen. Durch Nachlässigkeiten im Deckungsverband konnte Bordesholm in der Folgezeit verkürzen, und da man auf Gettorfer Seite durchwechselte und nun öfters an der stärker werdenden SGBB-Torfrau scheiterte, schmolz der Vorsprung sukzessive dahin. Halbzeitstand war dann nur eine 12:10 Führung für die HSG.

Im zweiten Durchgang setzte sich das Bild erst einmal fort: der Kreisoberligist stürmte gegen das etwas behäbig wirkende HSG Rückzugsverhalten an, und konnte fast sogar ausgleichen. Gerade noch rechtzeitig fanden die Dänischen Wohlderinnen zurück ins Spiel - und konnten nun wiederum schnelle Tore erzielen. Zudem steigerte sich Sara Goos im Kasten, und hielt auch einige schwere Bälle. Gute Noten verdienten sich zudem die spielfreudige Jennifer Theil und Doro Dibbern (4 Treffer), die in der 58. Minute noch für einen gewaltigen Schrecken sorgte: beim Stand 21:25 fiel sie ohne gegnerischen Kontakt so unglücklich auf ihr linkes Knie, dass der anschließende Aufschrei eine schlimme Verletzung vermuten ließ. Hoffentlich bleibt es für die pfeilschnelle Osdorferin bei einer Prellung.

Das schönste Tor des Tages konnte Wiebke Lehr erzielen: einen mustergültigen Spielzug über Jennifer Theil schloss die Linksaußen zum 26. Treffer ihrer Farben ab. Endstand war 22:27 - mit einer soliden Leistung zieht die HSG Gettorf/Osdorf in die nächste Runde ein, muss sich aber noch steigern um auch in der Landesliga einen guten Start zu erwischen.